Eskalation der Gewalt im Norden Burkina Fasos

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Dieudonné Zaongo leitet die Aktivitäten von Solidar Suisse in Burkina Faso. Mit dem Projekt «Dialogue inclusif» leistet Solidar Suisse einen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt im Norden Burkina Fasos. Doch die Militarisierung und die zahlreichen Terroranschläge führen in eine zunehmende Spirale der Gewalt und erschweren die zivilgesellschaftliche Friedensförderung.

Burkina Faso war über Jahrzehnte ein Land, das für ein friedliches Zusammenleben bekannt war. Doch seit einigen Jahren werden wir durch schwere terroristische Anschläge, insbesondere im Norden des Landes, getroffen. Bei einem schrecklichen Anschlag in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2021 wurden im Dorf Solhan zuletzt mehr als 170 Menschen getötet. Es ist der schlimmste Terrorakt, den unser Land seit Beginn der Krise erlebt hat. In den letzten Monaten ist es in der Provinz Yagha im Nordosten des Landes vermehrt zu Angriffen auf Zivilist*innen gekommen. Auf Entführungen folgte die Ermordung von Personen, die beschuldigt werden, mit der Armee zu kollaborieren. Es gibt jetzt regelmässige Angriffe auf die Bevölkerung, auf Märkte und auf Lebensmittelkonvois.Seit 2019 führt Solidar Suisse in dieser Region in Zusammenarbeit mit der «Union Fraternelle des Croyants de Dori» ein Projekt unter dem Titel «Dialogue inclusif»  durch. Mit diesem Projekt wollen wir den Frieden und die Sicherheit unter den Bewohner*innen und den sozialen Zusammenhalt zwischen den Gemeinden fördern. Das Projekt konzentriert sich vor allem auf die Gemeinden Sebba und Titabé. Die Gemeinde Sebba ist nur 14 Kilometer von  zur Gemeinde Solhan entfernt, entsprechend sind die Auswirkungen des beispiellosen Gewaltverbrechens auch dort bis heute zu spüren. Die Verletzten des Angriffs wurden in den Gesundheitseinrichtungen der Stadt Sebba behandelt und auch viele Vertriebene haben dort Zuflucht gefunden. Dies hat zu einem erheblichen Anstieg des Bedarfs an humanitärer Hilfe geführt.

Kann der Friedensdialog weitergehen?
Angesichts der kontinuierlich schlechter werdenden Sicherheitslage haben wir die Bewegungsfreiheit der Projektmitarbeiter*innen bereits im Vorfeld der Attacken eingeschränkt. Der jüngste Angriff erschwere unsere Arbeit weiter. Unsere Interventionsstrategie will einen qualitativen Wandel in den Beziehungen zwischen den Gemeinschaften, innerhalb und zwischen den Religionen schaffen. Mit Botschaften des Friedens und des sozialen Zusammenhalts wollen wir zu einer Stärkung der religiösen Toleranz beitragen. Diese Vermittlung übernehmen religiöse Persönlichkeiten, die als „gemässigte Stimmen“ wahrgenommen werden. Doch seit einiger Zeit werden diese Gemeindeleiter selbst zur Zielscheibe von bewaffneten Gruppen. Infolgedessen wurden sie zum Schweigen gebracht oder gezwungen, ihre Gemeinden zu verlassen. Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage konnten wichtige Projektaktivitäten wie die Friedenskarawane und der Gemeindetag in dieser Provinz zuletzt nicht durchgeführt werden. Wir analysieren die aktuelle Situation regelmässig mit unseren lokalen Partnern. Die Sicherheit unserer Teammitglieder und unserer Partner hat Priorität. Wir hoffen aber, dass wir den Friedensdialog bald wieder punktuell aufnehmen können.

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