Oxfam-Analyse: Die Schweiz gehört zu den grössten Profiteurinnen der Klimazerstörung
Zürich, 29. Oktober 2025 – Die Klimakrise ist eine Ungleichheitskrise: Während die ärmsten Bevölkerungsgruppen weltweit am stärksten unter den Folgen leiden, treiben Superreiche und mächtige Konzerne die Erderwärmung weiter voran – auch mit Geld aus der Schweiz. Das zeigt der neue Oxfam-Report „Climate Plunder: How a powerful few are locking the world into disaster“, zu dem Solidar Suisse die exklusiven Schweizer Zahlen und Analysen hat.
Die Schweiz: Wohlstand mit grossem Klima-Fussabdruck
Laut den neuen Berechnungen gehören 82 Prozent der Menschen in der Schweiz zum reichsten Zehntel der Weltbevölkerung. Hierzulande verursacht eine Person aus dem reichsten 0,1 Prozent 673 Kilogramm CO₂ pro Tag – das ist 26-mal mehr als jemand aus der ärmeren Hälfte in der Schweiz. Das reichste 1 Prozent im Land stösst achtmal so viel CO₂ aus wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung.
Auch der Finanzplatz trägt massiv zur Klimakrise bei
Die Schweiz zeigt im Kleinen, was global geschieht: Wenige Wohlhabende verursachen den Grossteil der Emissionen – während andere die Folgen tragen. Die UBS allein stellte seit dem Pariser Klimaabkommen über 211 Milliarden US-Dollar für Öl- und Gasprojekte bereit. Gemeinsam mit der ehemaligen Credit Suisse investierten die beiden Schweizer Finanzinstitute zwischen 2021 und 2022 mindestens 8 Milliarden US-Dollar in neue Kohle-, Öl- und Gasvorhaben. Und mit dem Austritt aus der Net Zero Banking Alliance im März 2025 hat die UBS sich offiziell vom Ziel verabschiedet, ihre Investitionen mit dem 1,5-Grad-Ziel in Einklang zu bringen.
«Die Klimakrise ist kein Naturphänomen, sondern das Resultat massiver Ungleichheit», sagt Felix Gnehm, Geschäftsleiter von Solidar Suisse. «Der Schweizer Finanzplatz ist ein Schlüsselakteur in dieser Ungleichheitskrise: Unsere Grossbanken stellen Milliarden für Öl, Gas und Kohle bereit und kommen ihrer Klimaverantwortung nicht nach. Solange Profit über das Klima gestellt wird, bleibt die Schweiz Teil des Problems statt der Lösung.»
Solidar Suisse fordert: Verantwortung übernehmen
Eine gerechte Klimapolitik heisst, dass die Schweiz und Schweizer Akteure nicht länger von der Klimazerstörung profitiert – sondern Verantwortung übernimmt. Gemeinsam mit Oxfam fordert Solidar Suisse:
- Luxus-Emissionen und Übergewinne besteuern. Reiche und Konzerne müssen ihren fairen Anteil zahlen.
- Einfluss der Superreichen begrenzen. Schutzabkommen, die Investitionen von Unternehmen im Ausland absichern, dürfen keine geheimen Sonderrechte für Konzerne enthalten – und Lobbyismus braucht klare, transparente Grenzen.
- Fairen Beitrag leisten. Die Schweiz soll Klimafinanzierung und Entwicklungszusammenarbeit ausbauen, um Armut und Ungleichheit gezielt zu verringern.
- Zivilgesellschaft im Globalen Süden stärken. Betroffene müssen gleichberechtigt mitentscheiden können.
Über Solidar Suisse
Solidar Suisse kämpft weltweit für faire Arbeitsbedingungen und demokratische Mitbestimmung. In 80 Projekten setzt sich die NPO für soziale Gerechtigkeit und gegen extreme Ungleichheit ein. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen beseitigt die Schweizer Organisation Missstände und eröffnet benachteiligten Menschen neue Perspektiven.
Weitere Informationen
Medienkontakt
Melanie Wirz, Kommunikation Solidar Suisse Deutschschweiz
E-Mail: melanie.wirz@solidar.ch
Telefon: +41 79 778 17 07
www.solidar.ch