Ukraine: Kampf gegen
die Erschöpfung
Seit vier Jahren herrscht Krieg in der Ukraine. Ein ungerechter Krieg, der sich festgefahren hat und der die Bevölkerung und ihre Zukunft schwer belastet. Die Nachrichten zeigen Frontverläufe, zerstörte Infrastruktur und Friedensverhandlungen, die nie konkret werden. Doch hinter diesen Schlagzeilen stehen Millionen Menschen, deren Leben sich seit der russischen Invasion vom 24. Februar 2022 unwiderruflich verändert hat. Sie kämpfen täglich ums Überleben – mit Traumata, Verlust und klirrender Kälte. Solidar Suisse steht ihnen seit vier Jahren zur Seite.
Die Abnutzung der Infrastruktur: Kälte und Dunkelheit
Die Abnutzung von Körper und Geist: ein Leben nach dem Schlachtfeld
Die Ukraine zählt heute über 1,3 Millionen Kriegsveteraninnen und -veteranen – eine der höchsten Zahlen seit dem Zweiten Weltkrieg. Für sie und ihre Familien bedeutet die Rückkehr vom Schlachtfeld einen weiteren Kampf, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Sie müssen lernen, mit einem oft verstümmelten Körper zu leben, Traumata zu überwinden und familiäre Spannungen zu bewältigen. Vor allem geht es darum, ihren Platz in einer Zivilgesellschaft wiederzufinden, die kaum auf ihre Aufnahme vorbereitet ist. In diesem Kontext fehlt es schmerzlich an Unterstützung, besonders in kleineren Gemeinden.

Der schwer verletzte Kriegsveteran Viktor M. erhält Unterstützung durch das Begleitprogramm von Solidar Suisse und ihren Partnerorganisationen, damit er seinen Platz in der Familie und in der Gesellschaft wiederfinden kann.
In Zusammenarbeit mit nationalen und lokalen Organisationen haben wir ein spezielles Programm eingerichtet, um Veteraninnen und Veteranen bei ihrer Rückkehr ins zivile Leben zu begleiten. Das Projekt entstand aus der Erkenntnis, dass die schwierigsten Prüfungen oft beginnen, wenn die medizinische Behandlung abgeschlossen ist – wie der ukrainische Kriegsveteran Viktor M. berichtet: «Nach dem Spital fängt das Schwierigste an, wenn man allein mit einem Körper zurückbleibt, der nicht mehr funktioniert wie früher.»
Um dieser Realität zu begegnen, bieten wir eine umfassende, professionelle und koordinierte Begleitung an: psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung, Kinderschutz und Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt. Ergänzt werden diese durch konkrete Massnahmen wie mobile Einheiten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, finanzielle Hilfe für lebensnotwendige Bedürfnisse und Gemeinschaftsaktivitäten gegen Isolation und für neuen sozialen Zusammenhalt.
Wir stellen die Familie ins Zentrum unseres Handelns und reagieren so auf die Herausforderungen im Bereich psychische Gesundheit und sozialer Schutz, die der Krieg verursacht. Dank dieser massgeschneiderten Unterstützung können Veteraninnen und Veteranen und ihre Angehörigen ihre Beziehungen wieder aufbauen und Stabilität, Würde und Hoffnung zurückgewinnen. Wie Viktor sagt: «Das Team von Right to Protection, einer lokalen Partnerorganisation von Solidar Suisse, hat mich getragen.»
Diese Hilfe ist dank Ihrer Spenden und der Beiträge von Organisationen wie der DEZA und der Glückskette möglich.
Die Abnutzung der Solidarität: trotzdem handeln
Solidar Suisse und sein Team vor Ort vergessen die Menschen nicht, die täglich ums Überleben kämpfen. Dank Spenden können wir weiterhin:
- Ausrüstung bereitstellen, damit sich Menschen vor der klirrenden Kälte schützen können.
- Durch den Konflikt beschädigte Wohnungen instand setzen, etwa Fenster oder rissige Mauern reparieren.
- Besonders verletzliche Menschen unterstützen, etwa Personen mit Behinderungen oder Kriegsveteraninnen und -veteranen.
- Geschlechtsspezifische Gewalt vorbeugen – durch Schulungen und Sensibilisierung für gewaltfreie Kommunikation in vom Krieg belasteten Familien.
Gemeinsam dürfen wir nicht zulassen, dass die Solidarität ermüdet: Handeln wir weiter für die vom Krieg betroffenen Menschen. Ihre Spenden zeigen ihnen, dass selbst inmitten von Trümmern jedes Leben zählt.
Jede Spende zählt. Jedes Leben zählt.
Wir möchten unseren Spenderinnen und Spendern von Herzen danken, die unsere Arbeit seit vier Jahren möglich machen. Und ein grosses Dankeschön an unsere Teams und Partner in der Ukraine, die sich jeden Morgen erneut für die Bevölkerung einsetzen – nach Nächten voller Angst und Bombardierungen. Trotz Erschöpfung, Unsicherheit, Stromausfällen, Kälte und eigener Traumata helfen sie weiterhin den verletzlichsten Menschen, indem sie ihnen zuhören, sie unterstützen und ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Eine Spende macht auch ihre Arbeit möglich.