Zürich, 20. Januar 2025 – Während sich die globalen Wirtschaftseliten am Weltwirtschaftsforum in Davos versammeln und Donald Trump erneut sein Amt als US-Präsident antritt, veröffentlicht Oxfam den neuen Ungleichheitsbericht «Takers not Makers». Als Partner von Oxfam zeigt Solidar Suisse die alarmierenden Zahlen zur Ungleichheit in der Schweiz auf.

Der heute erscheinende Oxfam-Bericht zu Ungleichheit zeigt eindrücklich, wie die zunehmende Konzentration von Reichtum und Macht die Welt aus dem Gleichgewicht bringt. Während das Vermögen der Milliardärinnen 2024 um unglaubliche 2 Billionen USD stieg – dreimal schneller als im Vorjahr – stagniert die Armutsbekämpfung weltweit. 204 neue Milliardär*innen wurden geschaffen, fast vier pro Woche. Gleichzeitig leben weiterhin 3,5 Milliarden Menschen unter der erweiterten Armutsgrenze der Weltbank von 6,85 USD pro Tag.

Die Schweizer Zahlen im Fokus

Auch in der Schweiz sind die Auswirkungen der Ungleichheit deutlich spürbar:

  • Ende November 2024 belief sich das Gesamtvermögen der 41 Schweizer Milliardär*innen auf USD 221,8 Milliarden.
  • Seit 2019 ist das Vermögen der Schweizer Milliardär*innen um 70,8 Milliarden CHF gestiegen – das entspricht 39 Millionen USD pro Tag.
  • Um den Jahreslohn einer Schweizer*in aus der ärmeren Hälfte zu verdienen, braucht eine Person des reichsten 1% in der Schweiz nur gerade 9 Tage.

 

Ein Ungleichgewicht im globalen System

Dieses Ungleichgewicht ist tief im globalen System verankert. Internationale Institutionen wie der IWF und die Weltbank stärken die Interessen des Globalen Nordens, während die Länder des Globalen Südens unter erdrückenden Schuldenlasten leiden. Die sieben wichtigsten Industrienationen (G7) halten 41% der Stimmrechte beim IWF und der Weltbank, obwohl sie weniger als 10% der Weltbevölkerung ausmachen. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen geben durchschnittlich 48% ihrer Budgets für Schuldentilgung aus – weit mehr als für Bildung oder Gesundheit. «Wachsende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen befeuern soziale Konflikte», betont Felix Gnehm, Geschäftsleiter von Solidar Suisse.

Reichtum und Macht – eine gefährliche Verflechtung

Die wachsende Konzentration von Reichtum wird durch die zunehmende Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Händen weniger ermöglicht. Milliardär*innen beeinflussen zunehmend ganze Industrien und die öffentliche Meinung, was nicht nur wirtschaftliche Folgen hat, sondern auch die Grundpfeiler unserer Demokratien bedroht. Demokratische Institutionen, die eine Stimme für die vielen sein sollten, werden zunehmend von den Interessen der Wenigen dominiert. Der heute vereidigte US-Präsident Donald Trump symbolisiert diese gefährliche Verflechtung von politischer und wirtschaftlicher Macht.

Massnahmen gegen Ungleichheit

Demokratie und soziale Gerechtigkeit sind untrennbar. Solidar Suisse fordert gemeinsam mit Oxfam:

  • Dominanz des Nordens in Finanzmärkten und Handel stoppen (moderner Kolonialismus).
  • Ungerechte Steuerpraktiken beenden und Steuerflucht globaler Konzerne und Multimilliardäre verhindern. Globale Steuerpolitik unter UNO-Schirmherrschaft fördern.
  • Schutz der Rohstoffhandelsfirmen aufheben. Rohstoffkonzerne müssen gerechte Steuern zahlen, Umweltschäden kompensieren, Klimaanpassung finanzieren & Menschenrechte achten. Ein globales Wirtschafts- und Handelssystem fördern, das faire Löhne und Arbeitsbedingungen im globalen Süden unterstützt.
  • Internationale Zusammenarbeit stärken, insbesondere Süd-Süd-Kooperation. Regierungen im globalen Süden bei der Verbesserung öffentlicher Dienste und Grundversorgung unterstützen.
  • Ausbau und Stärkung der sozialen Systeme, um den gesellschaftlichen Ausgleich zu fördern und die Auswirkungen extremer Vermögenskonzentration abzumildern.

So bekämpft Solidar Suisse Ungleichheit

Solidar Suisse kämpft weltweit für faire Arbeitsbedingungen und demokratische Mitbestimmung. In 80 Projekten setzt sich die NPO für soziale Gerechtigkeit und gegen extreme Ungleichheit ein. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen beseitigt die Schweizer Organisation Missstände und eröffnet benachteiligten Menschen neue Perspektiven.

Medienkontakt

Melanie Wirz
Kommunikations- und Medienverantwortliche Deutschweiz

melanie.wirz@solidar.ch

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