Gegen Ausbeutung im Mekong-Raum
Thailands Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungssektor sind stark abhängig von der Arbeitskraft von Migrant*innen aus Myanmar und Kambodscha. Seit der Eskalation des Konflikts in Myanmar hat sich die Zahl der Geflüchteten weiter erhöht. Viele von ihnen arbeiten unter prekären und ausbeuterischen Bedingungen – oft ohne Schutz durch Arbeitsgesetze. Solidar Suisse setzt sich gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen für ihre Rechte und den Zugang zu Unterstützung ein.
Tiefe Löhne, gefährliche Arbeit
Elende Unterkünfte für Wanderarbeiter*innen in Thailand. © John Hulme
Kampf für mehr Rechte
Solidar Suisse setzt sich gemeinsam mit dem Mekong Migration Network (MMN) und dessen lokalen Mitgliedsorganisationen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Migrant*innen ein. Der Fokus liegt auf Menschen, die in der thailändischen Landwirtschaft und im Dienstleistungssektor unter oft ausbeuterischen Bedingungen arbeiten – sowie auf ihren Familien in den Herkunftsländern Myanmar und Kambodscha.
Ein zentrales Element des Projekts ist die anwaltschaftliche Forschung: Gemeinsam mit lokalen Organisationen untersucht Solidar Suisse die Situation von Migrant*innen, dokumentiert Missstände und macht diese Erkenntnisse gezielt für politische Einflussnahme nutzbar. Die Ergebnisse werden mit Entscheidungsträgerinnen auf nationaler und regionaler Ebene – insbesondere im ASEAN-Raum – geteilt, um strukturelle Veränderungen anzustossen.
Zugleich stärkt Solidar Suisse zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivist*innen, die sich für Migrant*innenrechte einsetzen. Sie werden in ihrer Arbeit geschult und besser vernetzt, um Betroffene effektiv beraten, begleiten und vor Ausbeutung schützen zu können. Migrant*innen selbst werden rechtlich informiert, beraten und unterstützt – etwa im Zugang zu Gesundheitsdiensten, bei Arbeitskonflikten oder im Fall von Gewalt und Missbrauch. Darüber hinaus trägt das Projekt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei, indem es systematische Diskriminierung sichtbar macht und die gesellschaftliche Debatte über faire Arbeitsmigration fördert.
Unterstützung, die wirkt:
Dank der langjährigen Arbeit von Solidar Suisse und ihren Partnern konnten in der Mekong-Region bereits zahlreiche Fortschritte erzielt werden: Hunderten von Arbeitsmigrant*innen wurde rechtliche und psychosoziale Unterstützung geboten. In mehreren Provinzen verbesserten lokale Organisationen den Zugang zu Gesundheits- und Beratungsdiensten für Migrant*innen und zu Schulbildung für die Kinder. Die Forschung von MMN trug dazu bei, dass politische Entscheidungsträger*innen die Probleme migrantischer Arbeiter und Arbeiterinnen in Landwirtschaft, Dienstleistung, und Baugewerbe stärker wahrnehmen. Ein Netzwerk von Anwälten und Aktivistinnen in Kambodscha und Thailand wurde aufgebaut, das in Not geratenen Migrant*innen konkrete Hilfe bietet.
Wichtige Recherchen
Mit Unterstützung von Solidar Suisse hat das Mekong Migration Network die Lage der Arbeitsmigrant*innen im thailändischen Agrarsektor untersucht. Die Studie wurde 2020 publiziert. Sie zeigt erstmals im Detail auf, wie auf den Mais-, Maniok-, Palmöl- und Kautschukplantagen gearbeitet wird. Der Bericht bildet die Grundlage für Beratungsarbeit und Lobbying. Die Behörden haben Verbesserungen für Arbeitsmigrant*innen angekündigt.
Spenden für die Arbeiter*innen im Mekong
Arbeitsmigrant*innen in Thailand, Kambodscha und Myanmar kämpfen für faire Arbeitsbedingungen und gegen Ausbeutung. Sie können sie unterstützen!