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28. November 2025: Der Black Friday ist zurück – und mit ihm seine Flut an unwiderstehlichen Angeboten. Doch was steckt eigentlich hinter diesem globalen Konsumevent? Der Black Friday steht wie kein anderer Tag für ein Wirtschaftssystem, das auf Überproduktion, Preisdruck und Wegwerfmentalität basiert und Menschen und Umwelt belastet. Wir geben Ihnen fünf gute und faktenbasierte Gründe, den Black Friday in Frage zu stellen und auf Alternativen zu setzen.

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Fünf Gründe

Hier finden Sie fünf gute Gründe, den Black Friday in Frage zu stellen und auf Alternativen zu setzen. Gemeinsam können wir für faire Arbeitsbedingungen kämpfen.

1. Vom Black Friday zum Black Everyday 

2. Die Kehrseite des Rabattsystems 

3. Die Beschäftigten zahlen die Rechnung

4. Schwarzer Tag für die Umwelt 

5. Überkonsum: ein psychologischer Trick

1. Vom Black Friday zum Black Everyday

Zehn Jahre nach dem ersten Black Friday in der Schweiz scheint dessen Attraktivität nachzulassen. Für 2025 erwarten die Schweizer Detailhändler einen Umsatz von 450 Millionen Franken im Non-Food-Bereich, fast zehn Millionen weniger als im Vorjahr. Die wirtschaftliche Unsicherheit und der starke Franken erklären diesen Rückgang zum Teil. Auch wenn diese Entwicklung positiv erscheint, gibt die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt immer noch viel mehr für Black-Friday-Angebote aus als der Rest der Welt: In diesem Jahr planen 90 Prozent der Schweizer*innen, davon zu profitieren.

Allerdings beschränken sich die Sonderangebote nicht mehr auf einen einzigen Tag: Sie sind ab November vom Singles Day über den Cyber Monday bis hin zum Winterschlussverkauf im Dezember omnipräsent. Das Sonderangebot wird zur Normalität, und die Konsument*innen sind immer weniger bereit, den vollen Preis zu zahlen. Dieser Trend hat soziale Folgen. Wenn die Margen der Unternehmen sinken, geben sie den Druck an diejenigen weiter, die unsere Produkte in den Ländern des Südens herstellen. Um ihre Gewinne zu halten, lassen die Unternehmen die untersten Glieder der Lieferkette für diese Kosten aufkommen. Unter unwürdigen Arbeitsbedingungen verdienen die Arbeitnehmenden kaum genug, um davon zu leben.

Der Übergang vom Black Friday zum Black Everyday verstärkt diese Asymmetrie weiter: Hier jagt ein Angebot das nächste, während dort das Tempo und der Druck zunehmen.

2. Die Kehrseite des Rabattsystems

3. Die Arbeiter*innen bezahlen die Rechnung

Den Preis für unseren Konsum zahlen die Menschen, die diese Produkte herstellen.
In den Fabriken, die Elektronik, Spielwaren oder Kleider für westliche Märkte produzieren, schuften Arbeiter*innen über 60 Stunden pro Woche, in Elektronikfabriken leisten Beschäftigte gar bis zu 120 Stunden Überzeit pro Monat, mit nur zwei oder drei freien Tagen.

Zum Beispiel in Kambodscha sind die Missstände in Textilfabriken zahlreich: verspätete Lohnzahlungen, verweigerter Urlaub, unzureichende Belüftung, übelriechende Wasserspender, eingeschränkte Gewerkschaftsrechte. Die Arbeiter*innen erzählen, dass sie so wenig wie möglich trinken, damit sie nicht auf die Toilette gehen müssen und hinter ihrem Tagesziel zurückbleiben – und das bei Temperaturen von 35 Grad. Hier unterstützt Solidar Suisse das Programm «Better Factories» der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, das die Arbeitsbedingungen in den Fabriken kontrolliert und die Ergebnisse auf einem Online-Portal veröffentlicht. Die Arbeiter*innen haben in Schulungen gelernt, diese Daten zu den Fabriken einzusehen und zu nutzen. So konnten in mehreren Fabriken konkrete Verbesserungen erzielt werden: bessere Belüftung, Essens- oder Gesundheitszulagen und die Anerkennung von zuvor heruntergespielten Missständen.

Unser (übermässiger) Konsum hat Auswirkungen auf die Menschen am unteren Ende der Lieferkette: Die Arbeiter*innen investieren ihre Zeit, ihre Gesundheit und ihre Rechte in unsere Rabatte.

Arbeiter*innen in einer kambodschanischen Textilfabrik. © ILO/ Tiffany Tsang

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4. Ein schwarzer Tag für die Umwelt

5. Psychotricks fördern den Überkonsum

Der Black Friday schadet Umwelt und Menschen. Dennoch wird er jedes Jahr neu inszeniert – mit denselben Versprechen: «Jetzt oder nie!», «Nur heute!» oder «50% auf alles!». So kaufen auch viele Menschen, die gezielt auf bestimmte Rabatte warten, oft mehr als geplant. Detailhändler greifen dafür bewusst auf erprobte psychologische Tricks, um den Kaufanreiz zu verstärken. Countdowns erzeugen Zeitdruck, es wird künstlich Knappheit suggeriert, und viele «50%-Aktionen» beruhen auf zuvor erhöhten Preisen. Der Schweizer Konsumentenschutz weist darauf hin, dass die beworbenen Einsparungen häufig übertrieben oder irreführend sind. Auch Untersuchungen aus dem Ausland zeigen, dass selbst bei bewusster Vorbereitung Impulseinkäufe zunehmen, sobald diese Mechanismen greifen.

Manche Unternehmen behaupten, sie würden ihre Verantwortung wahrnehmen. So haben im Abstimmungskampf gegen die neue Konzernverantwortungsinitiative, die Solidar Suisse unterstützt, Berufsverbände wie Economiesuisse und SwissHoldings den Parlamentarier*innen letzten Sommer ein Informationsblatt mit dem Titel «Verantwortungsvolle Unternehmen – bereits Realität!» verteilt. Die Wirklichkeit der Arbeitnehmer*innen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen spricht  eine andere Sprache.

Das Marketing des Black Friday versucht gezielt, rationales Konsumverhalten zu unterlaufen und den übermässigen Konsum zu fördern.

Vom Konsumdruck zur Handlungsfreiheit

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Spenden Sie einen Stundenlohn für Arbeiter*innen, die am Monatsende kaum genug zum Leben haben, statt am Black Friday teilzunehmen. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Vielen Dank für Ihre Solidarität.

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