Frauenrechte: 5 Gründe, weiterzukämpfen
Warum der 8. März unverzichtbar bleibt.
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Autor
Sylvie Arnanda
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Oft wird die Relevanz des Internationalen Tags der Frauenrechte am 8. März infrage gestellt, doch die Realität spricht eine andere Sprache: Lohnungleichheit, Diskriminierung und geschlechtsspezifische Gewalt bedrohen die Rechte von Frauen weiterhin, in der Schweiz wie weltweit. Auch 2026 ist die Gleichstellung von Frauen und Männern noch weit von der Realität entfernt, und das Engagement von Solidar Suisse an der Seite von Mädchen und Frauen weltweit zur Verteidigung ihrer Rechte bleibt unerlässlich.
Entdecken Sie in diesem Artikel fünf Gründe, warum der Einsatz für Frauenrechte weiterhin nötig ist, damit diese endlich Wirklichkeit werden.
1. Damit Gewalt ein Ende hat
Gewalt gegen Frauen sind keine Einzelfälle, sondern Teil des Alltags, Ausdruck von Machtverhältnissen und ein Problem in allen Gesellschaften. Ob häusliche, sexuelle, psychische oder wirtschaftliche Gewalt – ihre Formen sind vielfältig und ihre Folgen tragisch. Schätzungen von UN Women zufolge hat weltweit fast jede dritte Frau, also rund 840 Millionen, im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.
In Honduras gehört die Femizidrate zu den höchsten in Zentralamerika. Laut Centro de los Derechos de la Mujer wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2025 insgesamt 262 gewaltsame Tötungen von Frauen und Femizide registriert. In 95 % der Fälle wird der Täter nicht verurteilt. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Foro de Mujeres por la Vida setzt sich Solidar Suisse dort dafür ein, Frauenorganisationen zu stärken und geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, Anzeige zu erstatten, ihre Rechte einzufordern und juristische Schritte einzuleiten.

In Honduras hilft Alexandra Kelly von unserer Partnerorganisation Foro de Mujeres por la Vida Frauen dabei, Anzeige gegen ihre Angreifer zu erstatten.
In der Schweiz verzeichnete der Verein Stop Femizid im Jahr 2025 insgesamt 22 Femizide. Alarmierende Zahlen, insbesondere, nachdem das Parlament im Dezember 2025 zunächst geplant hatte, die Mittel zur Gewaltprävention, um eine Million Franken zu kürzen, diesen Entscheid dann aber wieder zurücknahm. Allein im Januar 2026 wurden bereits drei Femizide registriert.
3. Für garantierten Zugang zu Bildung
Obwohl grosse Fortschritte bei der Einschulung von Mädchen erzielt wurden, bestehen weiterhin erhebliche Ungleichheiten. Zu oft hängt ihre Bildungslaufbahn von der wirtschaftlichen Situation der Familie ab. Mädchen übernehmen früh Care-Arbeit, sind mit Frühschwangerschaften oder frühen Heiraten konfrontiert und brechen die Schule vorzeitig ab. Heute ist weltweit jedes vierte Mädchen gezwungen, die Schule zu verlassen, bevor es die Sekundarstufe abgeschlossen hat.
In Bolivien haben junge Menschen bereits Mühe, in den Arbeitsmarkt einzusteigen – junge Frauen stehen jedoch vor deutlich grösseren Hürden. In Achocalla und Sacaba unterstützt Solidar Suisse junge Frauen ohne Arbeit und Einkommen, von denen viele ihre Kinder allein grossziehen. Dank praxisnaher Ausbildungen können sie wieder Fuss im Arbeitsmarkt fassen oder eine selbständige Tätigkeit ins Auge fassen und so eine Zukunft für sich und ihre Kinder aufbauen.
Die Schweiz scheint sich von diesen Themen jedoch zu entfernen. 2024 beschloss das Parlament, die internationale Zusammenarbeit im Bereich Grundbildung schrittweise zugunsten anderer strategischer Schwerpunkte zu reduzieren. Dieser Rückzug birgt Risiken für Tausende Mädchen im Globalen Süden. Ohne Unterstützung könnten viele gezwungen sein, ihre Schulbildung abzubrechen oder zu früh ins Arbeitsleben einzusteigen – wodurch Ungleichheiten fortbestehen.
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4. Weil Frauen an vorderster Front stehen
Bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen verschärfen bestehende Ungleichheiten und treffen Frauen und Mädchen überproportional stark. In Krisenzeiten steigt das Risiko von Gewalt, während der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung abnimmt, obwohl die familiäre Verantwortung meist auf ihren Schultern liegt. Auch die Folgen des Klimawandels treffen Frauen besonders stark: Laut UN Women werden bis 2030 rund 236 Millionen Frauen aufgrund klimabedingter Faktoren Hunger leiden – doppelt so viele wie Männer.
In Bangladesch, einem der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder, zwingen Überschwemmungen und Zyklone jedes Jahr Hunderttausende zur Flucht. Während solcher Vertreibungen sind Frauen besonders gefährdet, Opfer von sexueller Gewalt, Ausbeutung und prekärer Arbeit zu werden. In der Ukraine hat der Krieg einen grossen Teil der Bevölkerung zur Flucht gezwungen, insbesondere Frauen und Kinder. Viele müssen allein für das Überleben ihrer Familie sorgen und gleichzeitig mit Gewaltgefahren und psychischen Traumata umgehen. In beiden Ländern arbeitet Solidar Suisse mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, um den Schutz von Frauen zu stärken und ihre Widerstandsfähigkeit zu fördern.
In der Schweiz zeigt sich die Auswirkung von Krisen unter anderem in wachsender wirtschaftlicher Abhängigkeit. Inflation trifft Frauen besonders stark, da sie überdurchschnittlich häufig in Niedriglohnjobs oder Alleinerziehenden-Haushalten leben. Sie sind stärker von steigenden Kosten für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Lebensmittel oder Kinderbetreuung betroffen.
5. Weil Rechte niemals endgültig gesichert sind
Weltweit können Fortschritte bei den Menschenrechten von einem Tag auf den anderen infrage gestellt werden. Durch Konflikte, Wirtschaftskrisen, politische Rückschritte oder ideologische Strömungen. Fast 40 % der Frauen leben in Ländern, in denen Rechte im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in den letzten drei Jahren stagniert oder sich verschlechtert haben. Deshalb bleibt Engagement zur Sicherung und Stärkung von Frauenrechten entscheidend.
In vielen Ländern, in denen wir tätig sind, werden Frauenrechte durch aktuelle Entwicklungen geschwächt: Krisen verschärfen sich, Angriffe auf die Zivilgesellschaft nehmen zu und Kürzungen in der internationalen Zusammenarbeit häufen sich.
Auch in der Schweiz zeigen wiederkehrende Debatten über Lohngleichheit, Gewaltprävention oder die Finanzierung von Gleichstellungspolitik, dass diese Rechte ständig verteidigt werden müssen.
Kämpfen wir gemeinsam für Frauenrechte
Solidar Suisse engagiert sich weiterhin langfristig gemeinsam mit Partnerorganisationen, um die Rechte von Frauen zu stärken. Der 8. März ist keine Feier, sondern eine wichtige Erinnerung daran, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, die überall garantiert werden müssen.
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Sylvie Arnanda