Zukunft gestalten: Jugendliche in Zentralamerika
In Zentralamerika sind viele Jugendliche mit Armut, Gewalt und fehlenden Perspektiven konfrontiert. Solidar Suisse unterstützt junge Menschen in El Salvador, Guatemala und Honduras dabei, ihren eigenen Weg zu gehen – mit Berufsbildung, Wissen über ihre Rechte und der Stärkung von Selbstbestimmung und Gewaltprävention.
Ein Leben zwischen Perspektivlosigkeit und Migration
Für junge Menschen aus ländlichen und benachteiligten Gemeinschaften ist der Zugang zu Ausbildung und regulärer Arbeit stark eingeschränkt. Jugendliche aus einkommensschwachen Familien haben kaum Möglichkeiten, eine weiterführende Ausbildung zu absolvieren oder im formellen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Viele schlagen sich mit prekären Jobs im informellen Sektor durch oder sehen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen – sei es Richtung Stadt oder ins Ausland. Gleichzeitig fehlen vielerorts staatliche Programme zur Jugendförderung und Berufsbildung, was die soziale Ausgrenzung weiter verstärkt. Besonders betroffen sind junge Frauen, die zusätzlich mit Diskriminierung, Gewalt, Teenagerschwangerschaften und mangelnder Unterstützung konfrontiert sind – sowohl im Bildungsbereich als auch im Arbeitsmarkt.
Berufsbildung zur Mechaniker*in © Solidar Suisse
Neue Chancen dank Bildung, Selbstbestimmung und Einkommen
Solidar Suisse setzt sich in Zentralamerika für eine Jugendförderung ein, die berufliche Perspektiven schafft, Selbstermächtigung fördert und den sozialen Zusammenhalt stärkt. Zum Beispiel durch das Ausbildungsmodell Escuela Agroecológica Juvenil (AECO) in El Salvador und Honduras: Ein innovativer Lernraum, in dem junge Menschen aus benachteiligten Verhältnissen Wissen zu agroökologischer Landwirtschaft, unternehmerischem Denken und nachhaltiger Lebensweise erwerben. Begleitet wird die fachliche Ausbildung durch Kurse in Gewaltprävention sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte (SRGR). Die Jugendlichen setzen sich mit ihrer Lebensrealität auseinander, entwickeln ein eigenes Einkommen-generierendes Projekt und erfahren, dass sie Rechte haben – und eine Stimme. Die Ausbildung wird von lokalen Universitäten anerkannt und zertifiziert.
Aufgrund der positiven Wirkung wird der Ansatz schrittweise regionalisiert: Ein neues Projekt ist in Honduras geplant – mit Fokus auf indigene Jugendliche, junge Frauen und besonders verletzliche Regionen. Lokale Partnerorganisationen sowie Universitäten sind dabei zentrale Akteure für Umsetzung, Qualitätssicherung und Wissenstransfer.
Impulse für die Zukunft
Hunderte Jugendliche, davon viele junge Frauen in El Salvador und Honduras haben dank der AECO-Ausbildung oder einer Berufsbildung neue Perspektiven entwickelt – viele von ihnen gründeten eigene kleine Betriebe mit denen sie zusätzliches Einkommen generieren oder fanden eine Anstellung im formellen Arbeitsmarkt. In der neuen Programmphase wird die Klimadimension gestärkt: Die Jugendlichen lernen, mit den Herausforderungen der Klimaerwärmung umzugehen und ökologisch zu handeln – etwa durch nachhaltige Anbaumethoden, Wasserschutz und Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetter. Begleitet wird die Arbeit durch digitale Monitoring-Tools wie Hemo&Gila, durch die Erkenntnisse und Wirkungen erfasst, analysiert und gezielt verbessert werden können. Solidar Suisse verbindet Berufsbildung mit ökologischer Verantwortung und Gleichstellung – und begleitet junge Menschen auf dem Weg in eine selbstbestimmte, sichere Zukunft.
Zukunft für Jugendliche in Zentralamerika
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