Flucht nach Rumänien

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Ein Ende des Kriegs in der Ukraine ist nicht in Sicht. Wer kann, flüchtet. Im rumänischen Brașov unterstützt die Solidar-Partnerorganisation Migrant Integration Center die Geflüchteten.

Maya Khromkh flüchtete vor den Bomben in ihrer Heimatstadt Odessa in der Ukraine.

Während das Team von Autofenster zu Autofenster läuft, spielen Kinder inmitten der Blechlawine. Erschöpfte Gesichter ziehen an Zigaretten, müde Beine vertreten sich die Füsse. Die meisten Autos sind bis oben vollgepackt mit dem Hab und Gut, das von Zuhause mitgenommen werden konnte. Maya Khromkh und ihr Mann sind seit vier Tagen unterwegs. Wenige Stunden bevor Bomben auf ihr Haus in Odessa fielen, hatten sie ihre Koffer gepackt. „Wir wollen zu einer Freundin nach Deutschland“, sagt die 62-Jährige. „Meinen Sohn und seine schwangere Frau mussten wir zurücklassen.“ Er darf nicht ausreisen, weil wehrpflichtige Männer die Ukraine nicht verlassen dürfen. „Wir beten, dass dieser Krieg schnell vorüber ist, dass Putin seine Truppen abzieht. Die Ukraine ist unser Zuhause und dorthin wollen wir auch wieder zurück“, sagt sie unter Tränen.

In Sicherheit
Ein Ende des Kriegs ist nicht in Sicht. Wer kann, flüchtet. Europa zeigt dabei grosse Solidarität. Im Zentrum von Rumänien ist die Organisation Migrant Integration Center von Brașov zuhause – die zweite Partnerorganisation, mit der Solidar Suisse arbeitet. Ausserhalb des Stadtzentrums hat die Organisation in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und dem Sozialhilfedienst innerhalb von wenigen Tagen ein Zentrum für Geflüchtete aus der Ukraine eröffnet, in einem Geschäftsgebäude, das bis vor Kurzem ein Impfzentrum war. 275 Menschen wurden hier in den ersten zwei Tagen registriert, vor allem Frauen und Kinder. In Brașov kommen viele an, weil sie zum Teil von Freiwilligen direkt von den Grenzübergängen zu Rumänien mit Bussen abgeholt und hierher gebracht werden. „Wir haben von der ukrainischen Community gehört, dass es sich herumspricht, dass hier geholfen wird. Deshalb das grosse Interesse an diesem Ort“, sagt Corina Tapuc von Migrant Integration Center. Sie und Astrid Hamberger leiten das Zentrum solange es gebraucht wird.

Was sie in kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben, ist eindrücklich: Von 8 Uhr bis 20 Uhr können sich Geflüchtete hier registrieren, aufwärmen, ausruhen, verpflegen und verarzten lassen oder über Nacht bleiben, wenn sie noch keine Unterkunft in Brașov gefunden haben. Selbst für Kinder wurde ein separater Raum hergerichtet, in dem sie sich mit freiwilligen Helfer*innen ablenken können. „Es ist wichtig, dass die Menschen, die hier ankommen, wissen, dass sie in Sicherheit sind“, sagt Corina Tapuc.

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