Lokale Führung, nachhaltige Veränderung

Wir sind überzeugt: Nachhaltige Veränderung entsteht dort, wo die Menschen, die einem Problem am nächsten sind, Lösungen entwickeln und umsetzen. Diese Überzeugung prägt unser Handeln – und unseren Ansatz zur Lokalisierung.

Warum Lokalisierung wichtig ist

Für uns ist Lokalisierung kein Projekt und kein Trend. Sie ist ein Bekenntnis zu gerechteren Partnerschaften und dazu, lokale Führung zu stärken. Zu lange wurden Gemeinschaften und lokale Organisationen in der internationalen Zusammenarbeit vor allem als Empfängerinnen von Unterstützung betrachtet – obwohl sie ihr Umfeld, ihre Herausforderungen und ihre Chancen am besten kennen. Lokalisierung bedeutet, dieses Ungleichgewicht zu verändern: Lokale Akteur*innen erhalten mehr Entscheidungsmacht, mehr Anerkennung und mehr Raum, eigene Prioritäten zu setzen. Solidar Suisse bringt dabei ein, was wir beitragen können – internationale Netzwerke, fachliche Expertise und eine Stimme in politischen Debatten. Gleichzeitig lernen wir von unseren Partnerorganisationen und gestalten Programme gemeinsam mit ihnen.

Seit 2007 engagiert sich Solidar Suisse für die Lokalisierungsagenda. 2025 arbeiteten wir mit 419 Partnerorganisationen in unseren Programmen zusammen. 55 Prozent der Fördermittel gingen direkt an lokale Partnerorganisationen. Diese Zahlen zeigen unseren Anspruch – und erinnern uns daran, dass Lokalisierung ein fortlaufender Prozess ist, der kontinuierliche Reflexion und Veränderung verlangt.

Unser Grundsatzdokument

Solidar Suisse hat die Grundsätze des Schweizer Manifests für internationale Zusammenarbeit mitentwickelt und unterstützt sie. Das Manifest setzt sich für gleichberechtigte Partnerschaften, lokale Führung und gerechtere internationale Zusammenarbeit ein.

 

Zum Manifest

Unsere Partnerschaft in vier Worten

Langfristig. Gleichberechtigt. Lokal geführt. Auf wechselseitigem Lernen aufgebaut. Wissen fliesst in beide Richtungen: Lokale Partnerorganisationen bringen Kontextwissen, politische Legitimität und innovative Ansätze ein. Solidar Suisse trägt fachliche Expertise, internationale Vernetzung und Zugang zu Ressourcen bei.

Was das in der Praxis bedeutet

Lokalisierung zeigt sich nicht in einem einzelnen Instrument, sondern in vielen Entscheidungen: bei der Planung, in der Finanzierung, in der öffentlichen Kommunikation und in der Art, wie Verantwortung geteilt wird.

Wir beginnen mit dem Kontext, nicht mit Vorlagen.
Jedes Programm orientiert sich an lokalen Realitäten und Prioritäten. Es wird nicht in Zürich entwickelt und andernorts umgesetzt. Gemeinschaften und Partnerorganisationen sind von der ersten Bedarfsanalyse bis zur Evaluation einbezogen.

Wir machen lokale Führung sichtbar.
Lokale Partnerorganisationen werden in der internationalen Zusammenarbeit zu oft übersehen – obwohl ihr Wissen, ihre Führung und ihr Engagement Veränderung erst möglich machen. Wir tragen dazu bei, ihre Rolle in Kommunikation, öffentlichen Debatten und Entscheidungsprozessen sichtbar zu machen.

Wir teilen Verantwortung – statt nur Aufgaben zu verteilen.
Echte Partnerschaft bedeutet, das Wissen, die Erfahrung und den Wert des Gegenübers anzuerkennen. Sie bedeutet, Prioritäten gemeinsam zu setzen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und Verantwortung für Arbeit und Ergebnisse zu teilen.

Wir handeln transparent und rechenschaftspflichtig.
Gleichberechtigte Partnerschaften brauchen Klarheit darüber, wie kommuniziert wird, wer welche Entscheidungen trifft und welche Erwartungen gelten. Wir schaffen Räume für Feedback, kritische Fragen und Rechenschaft – nicht nur gegenüber Geldgeber*innen, sondern auch gegenüber den Menschen und Organisationen, deren Perspektiven unsere Arbeit leiten.

Wir setzen uns für bessere Finanzierung ein – nicht nur für mehr.
Planbare und flexible Finanzierung ermöglicht es lokalen Organisationen, langfristig zu planen, Kompetenzen aufzubauen und angemessen auf neue Herausforderungen zu reagieren. Wir setzen uns bei Geldgeber*innen für Finanzierungsformen ein, die lokale Handlungsspielräume stärken.

Wir investieren in Kompetenzen – in beide Richtungen.
Kompetenzentwicklung ist keine Einbahnstrasse. Wir lernen ebenso viel von der Erfahrung, dem Fachwissen und den lokalen Perspektiven unserer Partnerorganisationen, wie sie von institutioneller Unterstützung profitieren können.

Lokalisierung ist ein gemeinsamer Lernprozess

Lokalisierung ist kein abgeschlossener Zustand. Sie bedeutet, Macht, Ressourcen und Entscheidungsspielräume gerechter zu verteilen – und die eigene Rolle dabei immer wieder kritisch zu hinterfragen. Solidar Suisse arbeitet kontinuierlich daran, lokale Führung in Programmen und Partnerschaften zu stärken. Dabei lernen wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen, was gerechte Zusammenarbeit in unterschiedlichen Kontexten konkret braucht.

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