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Arbeiter in einer Palmölplantage auf Borneo

Die Inhaftierten werden regelmässig von den Wärter*innen geschlagen oder gezwungen, den ganzen Tag in der Hocke zu verharren. Schon der kleinste „Fehler“ führt zu Strafen. Zum Beispiel, weil sie beim Morgenappell nicht korrekt gekleidet sind. Die Gefangenen werden von den Wärter*innen geohrfeigt oder dazu angewiesen, sich gegenseitig zu ohrfeigen.

Die hygienischen Zustände sind katastrophal: Wegen der beengten Verhältnisse und dem dreckigen Wasser grassieren Hautkrankheiten und das Risiko für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Durchfall, Cholera und Covid-19 ist enorm. Auch die medizinische Versorgung ist prekär. Seit dem Ausbruch von Corona werden die Menschen täglich von Kopf bis Fuss unter Hochdruck mit Desinfektionsmittel besprüht. Die nasse Kleidung können sie danach nicht wechseln. Auch Schwangere erhalten oft keine medizinische Hilfe und gebären ihre Kinder in den Ausschaffungszentren.

 

Erste Verbesserungen

Das indonesische Generalkonsulat in Sabah hat nach der Veröffentlichung des Berichts in Indonesien im Oktober 2020 begonnen, Anwält*innen zu rekrutieren, um indonesische Migrant*innen bei Gerichtsverfahren zu vertreten. So können Angehörige erstmals rechtliche Unterstützung beantragen. Auch auf der malaysischen Seite hat sich etwas getan. Die Menschenrechtskommission SUHAKAM wird die Situation in den Abschiebezentren genau verfolgen, und die Behörden auf Bundes- und lokaler Ebene haben das Problem in den Diskurs aufgenommen. Das sind zögerliche erste Schritte, doch sie zeigen, dass die skandalösen Bedingungen in malaysischen Abschiebelagern nicht länger ignorieren werden.

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