SAH und Solidar:
90 Jahre Solidarität
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Katja Schurter · 0 Kommentare
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Von illegaler Fluchthilfe zum globalen Einsatz gegen Ungleichheit: Seit 90 Jahren steht Solidar an der Seite von Menschen, die unter Armut, Ausbeutung und Unterdrückung leiden – einst als Teil des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks, heute in zunehmend autoritären Kontexten und bei schrumpfenden Handlungsspielräumen.
Befreiungsbewegungen
Ab 1960 wurden in Jugoslawien, Griechenland und Tunesien Facharbeiter*innen ausgebildet, später auch im Senegal und in weiteren afrikanischen Ländern. Ab den 1960er Jahren leistete das SAH Nothilfe bei Katastrophen und Konflikten, 1974 begann die Entwicklungszusammenarbeit mit Brunnenbau im heutigen Burkina Faso. 1976 folgte mit «Jute statt Plastik» die erste Beteiligung an einer entwicklungspolitischen Kampagne. Das SAH wählte seine Einsatzländer stets mit dem Ziel, Unterdrückte in ihrem Kampf um Befreiung zu unterstützen: Sei es in Simbabwe und der Westsahara, Nicaragua, Südafrika, El Salvador oder im Kosovo.
Zunehmende Einschränkung des demokratischen Spielraums
Ebenso wesentlich für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung sind Demokratie und Mitsprache, die immer wieder aufs Neue erkämpft werden muss. So ist der Kontext vieler Solidar-Programme ist in den letzten Jahren autoritärer und fragiler geworden – aufgrund von Klimawandel, Konflikten und Druck auf demokratische Strukturen, teils verstärkt durch äussere Einflussnahme. Gleichzeitig ist das Ausmass von Armut und Ungleichheit in diesem Umfeld oft am grössten. Eingeschränkte Meinungsfreiheit und daraus resultierende Sicherheitsrisiken betreffen zunehmend unsere Projekte und Partner*innen. Das Dilemma: Unterstützung leisten, ohne vereinnahmt zu werden. Dafür braucht es klare Rollen, stetige Reflexion und bewusste Zurückhaltung: ein schwieriger Balanceakt. Deshalb passen wir unsere Ansätze kontinuierlich den Gegebenheiten an – und bleiben dran.
Unser Magazin Soli
Zwischen Aufbruch und Hoffnung, Machtpolitik und kolonialen Kontinuitäten hat die internationale Zusammenarbeit (IZA) die Armut gesenkt, den Zugang zu Bildung verbessert und die Gendergerechtigkeit gestärkt. Trotzdem steht die IZA heute unter Druck: Institutionen kürzen Gelder, nationale Interessen dominieren. Erfahren Sie in der neuen Soli, was es braucht, um die Vision der internationalen Zusammenarbeit weiterzutragen.
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