Vorübergehender Schutz in Rumänien

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Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine. Solidar Suisse hat auf diese Umstände reagiert und rasch die Arbeit mit zwei Partnerorganisationen in Rumänien für ukrainische Geflüchtete aufgenommen. Was wird genau getan? Wie helfen wir? Wie geht es weiter?

Seit Februar 2022 erleben Menschen in der Ukraine Verwüstung, Angst und Tod. Über vier Millionen sind bisher geflohen und haben Schutz in einem europäischen Nachbarland gesucht. Mittlerweile ist Rumänien nach Polen das Land, das am meisten Geflüchtete aufgenommen hat, bisher 650’000 Menschen.
Die langjährige Erfahrung von Solidar Suisse in Rumänien hat uns ermöglicht, rasch mit lokalen Partnerorganisationen die Flüchtlinge aus der Ukraine zu unterstützen – mit LOGS in der Stadt Timisoara und dem Migrant Integration Center in Braşov. Die beiden Partnerorganisationen haben vom Tag 1 des Kriegs mit einer immensen Unterstützung von Freiwilligen die geflüchteten Menschen versorgt. Bereits vor Ausbruch des Kriegs haben LOGS wie auch das Integration Center Migrant*innen aus anderen Ländern unterstützt, indem sie ihnen zum Beispiel die Integration durch Sprachkurse oder interkulturelle Veranstaltungen erleichtert haben.

Ein stück selbstbestimmung

Seit Februar liegt der Fokus nun auf Geflüchteten aus der Ukraine. Die von den Grenzen her in die Zentren fliehenden Menschen haben dank der Arbeit unserer Partner*innen einen Ort gefunden, wo sie versorgt werden, wo ihre Kinder in provisorischen Kindergärten spielen können und vor allem wo sie Informationen in ihrer eigenen Sprache erhalten und erfahren, was ihre Möglichkeiten und Rechte sind, wo sie Unterstützung für medizinische oder rechtliche Angelegenheiten kriegen und wo sie ein Dach über dem Kopf finden. Zurzeit kommen rund 150 Personen pro Tag in den Willkommenszentren in Braşov und Timisoara an. Die Mitarbeiter*innen und Freiwilligen arbeiten durchgehend, unermüdlich – alles aus reiner Solidarität für die Menschen, die ihr normales, geregeltes Leben von einem Tag zum anderen aufgeben mussten und zu Flüchtlingen wurden. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Solidar Suisse, den lokalen Partnern, aber auch der lokalen Regierung und den zahlreichen Freiwilligen müssen die oft traumatisierten Menschen nicht in überfüllten Lagern mit schlechten sanitären Einrichtungen leben. In Timisoara und Braşov finden sie, zumindest vorübergehend, ein sicheres Zuhause.

Bislang wurden Gutscheine an über 500 Flüchtlinge aus der Ukraine verteilt. Die Gutscheine sind in einer Vielzahl von Läden, wie zum Beispiel Lidl, Kaufland, DM oder Carrefour, einlösbar. Mit der Bank of Transylvania wird gegenwärtig ein Vertrag unterschrieben, sodass die Flüchtlinge in Brasov eine Kreditkarte erhalten. Auf das Konto wird ein Betrag in Höhe von durchschnittlich 300 Franken überwiesen, den sie in ganz Rumänien beziehen können – um sich ihr Nötigstes selbst kaufen zu können und immerhin ein Stück Normalität und Selbstbestimmung wiedererlangen.

nachhaltige hilfe im fokus

Wie lange die Solidarität und die freiwilligen Leistungen noch anhalten, ist schwer vorauszusehen. Die Kräfte schwinden genauso wie die Spendenbereitschaft. Ein Ende der Krise ist aber bei Weitem nicht in Sicht, ein weiterer Anstieg der Flüchtlingsströme ist zu befürchten. Während die erste Welle der Flüchtlinge noch zu Verwandten ins Ausland reisen konnte und auch finanziell gewisse Rücklagen hatten, verliessen die nun zur Flucht gezwungenen Menschen ihre Heimat meist mit nur einer Tasche oder Koffer und ohne Ziel. Die nachhaltige Unterstützung speziell derer, die sich allein nicht helfen können, liegt im Fokus von Solidar Suisse. Daher planen wir mit unseren lokalen Partnern die langfristige Unterstützung der von dem Krieg am stärksten betroffenen Menschen.

Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine

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